Julian: Berufsorientierung im handwerklichen Bereich

Bub sieht mit verschränkten Armen in die Ferne

Julian W. ist 17 Jahre alt und hat im Sommer nach der ersten Klasse der Handelsakademie die Schule abgebrochen. Davor hat er die Volks- und Hauptschule und die Polytechnische Schule gemacht.

Im September meldet er sich beim AMS als arbeitslos. Bei dem Termin mit seinem AMS-Berater sagt er, dass er gerne eine Lehre beginnen möchte, er weiß aber nicht genau welche. Vielleicht irgendetwas im handwerklichen Bereich. Sein AMS-Berater empfiehlt ihm, sich bei c’mon17 zu melden und gibt ihm die Telefonnummer von einer Beraterin.

Weil Julian nicht genau weiß, wie er eine Bewerbung schreiben muss und sich auch gar nicht sicher ist, welchen Beruf er eigentlich machen möchte, ruft er bei der Telefonnummer an, die er bekommen hat. Die Beraterin fragt zuerst, wo er wohnt, damit sie sich in einem der drei Büros treffen können, das für ihn am leichtesten zu erreichen ist. Dann machen sie einen Termin aus, der für beide gut passt, damit Julian mehr darüber erfährt, was dieses „c’mon17“ eigentlich ist und wie er dort unterstützt werden kann.

Wie kann c'mon17 Julian helfen?

Bei diesem Infogespräch erfährt Julian, dass es eine Einzelberatung ist – das heißt es gibt keine Gruppe wie in anderen Kursangeboten, sondern bei den Beratungen sind er und die Beraterin zu Zweit.

Er kann dort bis zu ein Jahr in Beratung sein, aber wenn er eine Lehrstelle gefunden hat, kann er auch jederzeit aussteigen. Es gibt keinen vorgegebenen Ablauf wie diese Beratung sein muss, sondern die Beraterin möchte gemeinsam mit Julian herausfinden, wo er Unterstützung braucht und was seine Ziele sind.

Sie kann ihm Tipps geben, wie man eine Bewerbung schreibt und worauf man beim Vorstellungsgespräch aufpassen soll. Es gibt auch die Möglichkeit, über andere Themen aus seinem persönlichen Bereich zu sprechen – wie zum Beispiel Finanzielles, Wohnen, Familie, Krankheiten, oder Ähnliches.

Die Beraterin sagt Julian auch, dass er sich nach diesem Infogespräch noch überlegen kann, ob er die Beratung gerne machen möchte. Wenn er sich dafür entscheidet, geht eine Info an den AMS-Betreuer und er kann dann offiziell in die Beratung aufgenommen werden, weshalb er sich dann auch an die vereinbarten Termine und Abmachungen halten muss.

Weil das alles für Julian sehr interessant klingt, sagt er gleich nach dem Infogespräch fix zu und sie machen sich einen Termin für die Woche danach aus.

In den ersten Gesprächen besprechen Julian und seine Beraterin, was seine Interessen sind und welche Ziele er hat. Weil er diese Fragen nur schwer beantworten kann, nehmen sie sich gemeinsam Zeit, seine Eigenschaften, Fähigkeiten und Stärken herauszufinden. Er macht auch zwei Fragebögen über seine beruflichen Interessen, damit er eine Idee davon bekommt, welche Berufe für ihn spannend sein könnten. Gemeinsam überlegen sie, in welchen Berufen er seine starken Seiten und seine Interessen gut einsetzen kann.

Sie suchen Informationen über verschiedene Berufe und Julian nimmt sich auch zuhause Zeit, über die Anforderungen und Tätigkeiten von Berufen, die ihn interessieren zu lesen und sich Videos im Internet anzusehen.

Auch die Bewerbungsunterlagen machen sie gemeinsam am Computer in der Beratung. Sie schreiben einen Lebenslauf und ein Bewerbungsschreiben und sammeln alle wichtigen Zeugnisse, damit alle Unterlagen vorhanden sind, wenn er eine interessante Lehrstellenausschreibung findet, bei der er sich bewerben möchte. Seine Beraterin erklärt ihm auch, wie er sich richtig per E-Mail, per Post oder persönlich bewirbt und sie trainieren gemeinsam, was er bei telefonischen Kontakten mit den Firmen sagen kann.

Als sich Julian klar darüber ist, dass er gerne einen Beruf im handwerklich-technischen Bereich erlernen möchte oder etwas, das mit IT zu tun hat, suchen sie gemeinsam nach passenden Lehrstellenangeboten. Er bekommt viele Tipps, wo er im Internet nach Lehrstellen suchen kann und er macht das auch zuhause. Die Informationen über Stellen, die er gefunden hat, nimmt er zu den Beratungen mit und seine Beraterin kann ihm bei  manchen Unklarheiten in den Stellenausschreibungen helfen.

Sie schreiben auch die ersten Bewerbungen gemeinsam, bis sich Julian sicher ist, dass er es auch zuhause machen kann. Er schreibt jede Bewerbung, die er abschickt, in eine Liste, damit er einen Überblick über seine Bewerbungsaktivitäten hat und die Firmen nochmals kontaktieren kann, wenn er keine Rückmeldung bekommt.

Zwischendurch ist Julian manchmal schon ein bisschen unmotiviert, sich weiter zu bewerben, da er nicht viele positive Rückmeldungen bekommt. Er kann darüber offen mit seiner Beraterin reden und sie schafft es, ihm immer wieder Mut zu machen und ihn zu überzeugen, nicht aufzugeben.

Als er dann die erste Einladung zu einem Aufnahmetest und einem Vorstellungsgespräch bekommt, freut er sich sehr. Er ist aber auch sehr nervös und weiß nicht, was ihn da erwarten wird. Mit seiner Beraterin geht er viele Fragen durch, die bei einem Bewerbungsgespräch gestellt werden könnten und überlegt sich schon vorher, was er antworten kann. Sie üben das auch, wie in einem richtigen Vorstellungsgespräch, damit er nicht mehr so nervös ist.

Auch auf den Aufnahmetest bereitet er sich gut vor. Sie wiederholen wichtige Dinge aus der Schule, wie zum Beispiel mathematische Aufgaben, oder Englisch. Zu dem Termin bei der Firma bringt ihn seine Beraterin hin, weil er keine Möglichkeit hat, mit dem Bus bis zur Firma zu fahren. Der Termin läuft gut und Julian ist froh, dass er sich darauf vorbereitet hat. Auf das Ergebnis muss er aber noch warten.

In der Zwischenzeit bewirbt er sich weiter bei anderen Firmen und er kann einen Kurs, in dem er praktische Erfahrungen in Werkstätten sammeln kann, beginnen. Den Kontakt zu seiner Beraterin muss Julian nicht abbrechen, weil er in den Kurs geht. Sie haben trotzdem noch Termine, nur nicht so oft wie vor dem Kurs. Julian macht auch Schnuppertage bei verschiedenen Firmen aus, damit er sich die interessanten Berufe in der Praxis ansehen kann. Besonders diese Schnuppertage findet er sehr gut, um herauszufinden, ob ihm die Tätigkeiten und Aufgaben der Berufe Spaß machen.

Nach einem Vorstellungsgespräch als Werkzeugbautechniker, das sehr gut gelaufen ist, wird Julian von der Firma zu einem Aufnahmetest und zu Schnuppertagen eingeladen. Auch diese haben Julian sehr gut gefallen. Nach ein paar Wochen bekommt Julian von der Firma die Bestätigung, dass er im Herbst die Lehrstelle beginnen kann. Bis dahin kann er noch weiter den Kurs besuchen und dort erste praktische Erfahrungen in der Metallwerkstatt sammeln.

Bei einem Abschlussgespräch mit seiner Beraterin besprechen die beiden noch einmal, was er alles geschafft hat und sie überlegen, ob er noch Unterstützung bei anderen Themen braucht. Da Julian aber sehr zufrieden ist im Kurs und in seinem Leben auch sonst keine Komplikationen vorhanden sind, bei denen er die Unterstützung seiner Beraterin weiterhinbrauchen könnte, entschließen sie gemeinsam, dass sie die Beratung beenden.


Benjamin: sein Weg zum Restaurantfachmann

Junger Mann in einem Café an der Bar

Benjamin (Name geändert) ist zum Eintritt ins Casemanagement 18 Jahre alt.

Er hat bereits einige kurzzeitige Lehrverhältnisse hinter sich. Ebenfalls hat er das erste Jahr Berufsschule als Koch und danach die erste Klasse Restaurantfachmann abgeschlossen.

Er hat eine klare Vorstellung von seinem Berufswunsch und seinen Zielen: er möchte die Ausbildung zum Restaurantfachmann absolvieren, allerdings nicht mehr im Zuge einer internatsmäßigen Berufsschulklasse. Daher werden die Rahmenbedingungen, die für die Zulassung zur Lehrabschlussprüfung wichtig sind, gut eruiert und durchbesprochen. Außerdem möchte er währenddessen bereits einen Nebenjob haben, damit er sich sein Einkommen aufbessern kann.

In der Beratung erkunden Benjamin und seine Case Managerin zunächst seine Wünsche im Hinblick auf die Arbeitsumstände in diesem breitgefächerten Arbeitsbereich als Restaurantfachmann. Es stellt sich heraus, dass Benjamin auch in dieser Hinsicht klare und realistische Vorstellungen hat, wie seine künftige Arbeit sein soll. Gemeinsam werden aussagekräftige Bewerbungsunterlagen erstellt und das Verhalten bei Vorstellungsgesprächen besprochen.

Soziale Kompetenzen stärken

Außerdem versuchen sie gemeinsam herauszufinden, warum es in der Vergangenheit häufig zur Beendigung der Dienstverhältnisse kam. Da dies meist aufgrund von Konflikten mit den Vorgesetzten zustande kam, erarbeitet Benjamin mit seiner Case Managerin sinnvolle Strategien im Umgang mit Konflikten in der Arbeit. Er versucht, sich mit Unterstützung mit seinen diesbezüglichen Black Outs auseinander zu setzen und es werden Handlungsalternativen gemeinsam überlegt.

Nach ein paar Wochen mit verschiedenen Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen, sowie die Ausarbeitung von Alternativen, vereinbart die Case Managerin unter Absprache mit dem Jugendlichen mit dem AMS, dass Benjamin die Möglichkeit bekommt, sich für eine Facharbeiter-Kurzausbildung als Restaurantfachmann zu bewerben und eine intensive Ausbildung mit Lehrabschluss zu machen.

Nach einer einwöchigen Qualifizierungsphase wird er aufgrund seiner hohen Motivation und seiner Eignung für diesen Beruf aufgenommen. Weiters organisiert sich Benjamin einen Samstagsjob.

Die Beratung wird nach Ausbildungsbeginn noch ein paar Wochen weitergeführt, bis Benjamin und seine Case Managerin zu dem gemeinsamen Entschluss kommen, dass Benjamin gut angekommen ist und seine Ziele erreicht hat.


Diana: auf der Suche nach der richtigen Branche

Junges Mädchen blickt durch zerbrochenes Fenster

Diana (Name geändert) ist 16 Jahre alt , hat die Pflichtschule positiv absolviert und sich danach für eine Lehre als Glaserin entschieden, da sie für Handwerk, das sie auch in ihrer Kreativität fordert, schon lange ein ausgeprägtes Interesse entwickelt hat. Ein begonnenes Lehrverhältnis beendet sie aber bereits nach zwei Monaten, da sie mit den Arbeitsbedingungen in der Firma und den Launen des Lehrherren nicht zufrieden war.

Mit ihrer Mutter verbindet Diana ein enges Verhältnis, sie sieht in ihr eine Freundin und ein Vorbild – so entdeckt sie sehr bald ihre Neugier für den Sozialbereich, in dem ihre Mutter schon seit Jahren tätig ist.

Diana fühlt sich unter Druck – einerseits will sie Sicherheit in ihrer Berufswahl gewinnen, andererseits drängen sie finanzielle Engpässe zu einer raschen Entscheidung. Sie lebt in Wels in einer Dreier-WG (trotz enger Bindung zur Mutter war es Diana wichtig, unabhängig zu leben), erhält nur wenig AMS-Bezug und ist sehr auf die Alimente von ihrem Vater angewiesen, der die Familie bald nach ihrer Geburt verlassen hat.

Beratung und Neuorientierung

So wird Diana schließlich mit Jahresbeginn zu c’mon17 zugebucht, wo sie umfangreiche Informationen zu Ausbildungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven im Soziabereich erhält – sie besucht mit ihrem Casemanager auch einige Schulen für Sozialberufe, um vor Ort einen Eindruck von dieser Art des Arbeitens zu gewinnen.

c’mon17 bestärkt Diana darin, sich genau über Chancen und Risiken dieser Tätigkeiten zu informieren, denn die Arbeit mit anderen Menschen bringt Herausforderungen mit sich, derer sich viele, die in solche Jobs einsteigen wollen, nicht bewusst sind. Schließlich meldet sie sich für das „Freiwillige Soziale Jahr“ an, da sie hofft, in diesem Rahmen umfangreiche Eindrücke von Berufen im Gesundheits-und Pflegebereich zu gewinnen.

Während all dieser Bemühungen kann sich Diana nie ganz von ihrem Traum, Glaserin zu werden, lösen, daher behalten sie und ihr Berater parallel zu den Bemühungen im Sozialbereich den Lehrstellenmarkt für Glaserinnen im Auge.

Schließlich sind diese Beobachtungen von Erfolg gekrönt, und sie ist sie hellauf begeistert, als sie von ihrem Casemanager eine Ausschreibung für eine Lehrstelle in einem renommierten Linzer Betrieb erhält – auf ihre rasche Bewerbung erhält sie positive Rückmeldung, nach einigen Schnuppertagen kommt die Zusage – Diana hat eine Lehrstelle gefunden, die sie in ihren Fähigkeiten fördert und bei ihren Potentialen einhakt.

Neue Lehrstelle – neues Glück? Die Zeichen stehen auf Grün!

Wie es in c’mon17 üblich ist, begleiten wir Diana während ihrer Einstiegsphase in den neuen Job – denn solch ein Schritt bringt immer Neuerungen mit sich, die manchmal verunsichern oder frustrieren können. Doch Diana findet sich rasch in das Team ein, mit ihrer aufgeschlossenen und freundlichen Art kann sie sowohl KollegInnen als auch das Fachpersonal für sich gewinnen – in einem vom Casemanager organisierten Vernetzungsgespräch mit Diana und ihrem Lehrherren erhält sie nur positives Feedback, sowohl was ihre Arbeitsleistung als auch ihre sozialen Kompetenzen betrifft.

Diana ist erfolgreich in ihrem Wunschberuf gelandet! Und die Pläne, sich in Richtung Sozialbereich weiter zu bilden, sind nur aufgeschoben, nicht aufgehoben: Diana überlegt, nach dem Lehrabschluss – den sie übrigens im Rahmen der dualen Ausbildung „Lehre mit Matura“ absolvieren will – eine Fortbildung in Sozialpädagogik oder Behindertenarbeit zu machen.

Start ins Leben: so viele Möglichkeiten ...

Und weitere Themen kommen auf: soll Diana sich eine eigene, kleine Wohnung suchen? Und wie, wann und wo könnte sie ihre Tierliebe nebenberuflich ausleben? Wird sie den Anforderungen von Lehrausbildung und Maturavorbereitungen gerecht werden können? 

Vieles kann sie im Case Management besprechen, um Ideen und Anregungen zu erhalten. Mittlerweile hat sie die Probezeit in ihrer Firma gut hinter sich gebracht, sie ist mitten drin, für sich einen Lebensplan zu entwickeln, der ihren Vorstellungen und Bedürfnissen entspricht.


Marcel: Traumberuf KFZ-Mechaniker

Ein Auto wird geschweißt

Marcel H.s (17 Jahre) Traumberuf immer schon KFZ-Techniker. Nach der Pflichtschule fand er auch einen Ausbildungsplatz und absolvierte auch erfolgreich die erste Klasse der Berufsschule.

Leider verschlechterte sich im Betrieb das Arbeitsklima durch Meinungsverschiedenheiten mit seinem Chef immer mehr, so dass Marcel sein Lehrverhältnis nach etwas über einem Jahr kündigte.

Nach einer erfolglosen Phase der Neuberwerbung stieg Marcel in das Case Management von c´mon17 ein. Nach einer Standortbestimmung war ihm klar, dass er derzeit vom Ziel des Wiedereinstiegs in die KFZ-Techniker Lehre nicht abweichen wollte.

Neben der laufenden Bewerbung suchte Marcel gemeinsam mit seinem Berater auch nach Ausbildungsplätzen am 2. Arbeitsmarkt. Nachdem ein geeignetes Projekt gefunden war, bewarb sich Marcel mit unserer Unterstützung für diese Ausbildung und erhielt auch eine Zusage für einen Ausbildungsplatz mit einer Wartezeit von vier Monaten.

Diese Zeit nützte Marcel für weitere Bewerbungen, wobei er auf Anraten des Casemanagers besonders auf den persönlichen Kontakt mit den jeweiligen Personalverantwortlichen der KFZ-Betriebe setzte.

Diese Strategie zeigte Erfolg und Marcel wurde zu einem Probearbeitstag eingeladen. Nach einem zweiten Probearbeitstag rief ihn dann der Chef an und lud ihn zu einer Mitarbeit als neuer Lehrling ein.

Auch in den ersten Arbeitsmonaten hielt der Casemanager Kontakt zu Marcel, um auf etwaige Probleme schnell reagieren zu können. Marcel wird im Herbst das zweite Berufsschuljahr besuchen und er ist ein zufriedener Mitarbeiter des KFZ-Betriebs geworden.


Viktoria: erfolgreiche Lehre als Reinigungsfachkraft

junges Mädchen mit Reinigungsutensilien

Viktoria (Name geändert) wurde über eine andere Beratungseinrichtung an c´mon17 verwiesen. Viktoria hat keinen positiven Pflichtschulabschluss. Zu diesem Zeitpunkt war sie 20 Jahre alt und hatte eine Lehre in der Reinigungsbranche abgebrochen.

Um sich den Lebensunterhalt zu finanzieren, hatte sie nach Abbruch der Lehre in der Gastronomie als Aushilfskraft gearbeitet. Die anstrengende Arbeit und die unregelmäßigen Dienstzeiten waren jedoch belastend für sie.

Neue Perspektiven & Überwindung früherer Hindernisse

Gemeinsam mit Viktoria besprachen wir möglich berufliche Optionen: Wiedereinstieg in die Lehre im Reinigungsbereich, Beginn einer anderen Lehre (Kosmetikerin, Friseurin) oder Jobsuche als Hilfskraft.

Wir rieten ihr dazu, wieder in eine Lehre einzusteigen, da sie so langfristig bessere Jobaussichten haben wird. Viktoria wollte dies gerne tun, hatte allerdings Sorge wegen der Berufsschule, da sie in der Vergangenheit Schwierigkeiten beim Lernen gehabt hatte.

In der Beratung diskutierten wir, welche Gründe es damals für den Abbruch der Lehre gegeben hatte und was man in Zukunft tun kann, damit dies nicht mehr passiert. In Rollenspielen übten wir Bewerbungsgespräche und andere Gesprächssituationen, aktualisierten den Lebenslauf und suchten nach möglichen freien Lehrstellen.

Im AMS-Jobroom sahen wir, dass ihr ehemaliger Arbeitgeber wieder einen Lehrling im Reinigungsbereich sucht. Viktoria hatte anfangs Hemmungen, ihn zu kontaktieren. Gemeinsam spielten wir das Telefonat mehrmals durch, sodass sie den Mut hatte, ihn anzurufen. Er war sehr erfreut, dass sie sich meldete und wollte sie gerne als Lehrling wieder aufnehmen.

In Absprache mit Viktorias AMS-Berater stellten wir den Kontakt zu einer Stiftung her, damit sie die Ausbildung über diese fortsetzen kann. Mit der Stiftungsberaterin klärten wir auch die Rahmenbedingungen für die Berufsschule und eine Lernunterstützung ab.

Ebenso waren wir mit dem Dienstgeber in Kontakt, um den Wiedereinstieg so gut als möglich zu gestalten.

Bei ihrer Rückkehr in die Firma wurde Viktoria von den KollegInnen sehr herzlich aufgenommen. Sie ist glücklich darüber, eine zweite Chance erhalten zu haben und ihrem Ziel „Lehrabschluss“ nun wieder ein Stück nähergekommen zu sein.


Magdalena: ihr Weg zur Fitnessberaterin

Eine Gruppe trainiert unter Anleitung einer Fitnesstrainerin mit Therabändern

Magdalena (Name geändert) kam über eine Empfehlung zu uns und war zu Beginn der Beratung 15 Jahre alt. Sie hatte gerade die Pflichtschule positiv abgeschlossen und wusste noch nicht genau, in welche Richtung sie beruflich gehen will.

Passende Berufe zu Interessen & Talenten

In einem ersten Schritt besprachen wir ihre beruflichen und privaten Interessen. In den Beratungen kristallisierte sich immer mehr heraus, dass Magdalena gerne mit Menschen arbeitet und sehr kommunikativ ist.

Darüber hinaus ist sie sehr sportbegeistert und legt Wert auf körperliche Fitness.

Gemeinsam besprachen wir unterschiedliche Berufsbilder in den Bereichen Gesundheit, Sozialbereich und Medizin – alles Arbeitsfelder, in denen man viel mit Menschen zu tun hat und bei denen es um körperliches und seelisches Wohlbefinden geht. Am besten gefiel Magdalena der Beruf Fitnessberaterin.

Gemeinsame Schritte zum Jobprofil Fitnessberaterin

Im Zuge der Beratung aktualisierten wir den Lebenslauf, verfassten Bewerbungsschreiben und suchten verschiedene Lehrstellen heraus.

Ein großes Fitnessstudio in ihrem Heimatort hatte eine Lehrstelle als Fitnessberaterin ausgeschrieben. Wir kontaktierten den Eigentümer und organisierten für Magdalena ein Schnupperpraktikum. In diesen drei Tagen hatte sie die Möglichkeit, sich im Fitnessstudio mit dem Beruf auseinander zu setzen und die KollegInnen und KundInnen kennenzulernen.

Sie zeigte sich sehr begeistert von dem Lehrberuf, der Fitnessbranche an sich und dem Umgang mit Menschen. Vom Eigentümer und den KollegInnen erhielt sie nur positives Feedback und die Zusage, ihre Lehre dort machen zu können.


Kurz vor Beginn der Lehre gab es noch einige Unsicherheiten, die wir mit dem Chef abklärten. Zur großen Freude von Magdalena konnte sie dann bald ihre Ausbildung beginnen.


In unserem Abschlussgespräch, bei dem wir Magdalena direkt im Studio besuchten, war sie sehr glücklich mit ihrer Berufswahl und stolz darauf, eine so spannende Lehrstelle gefunden zu haben.